Heimat, Häuser, Hausnamen

Knapp 200 historische Hausnamenschilder erzählen im Regionalpark QuellenReich seit dem Sommer 2021 von der Geschichte alter Häuser und ihrer Besitzer, rund 100 weitere sind 2023 hinzugekommen. Im Zuge des Projekts „Heimat leben und erleben im Landkreis Neumarkt i.d.OPf.“, das durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat im Rahmen des Programms „Regionale Identität“ gefördert wurde, konnte das Projekt über den Regionalpark hinaus mit Berg zudem auf eine weitere Landkreis-Gemeinde ausgedehnt werden.

Roumboua, Schousterwewa, Bärenwirt oder Seitz’n Schneider - Hausnamen haben eine lange Historie und gehören in den ländlichen Regionen Bayerns bis heute zum kommunikativen Alltag alteingesessener Bewohner. Manche davon reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert. Sie kamen auf, um Häuser und ihre Bewohner in der Zeit vor Straßennamen und Hausnummern eindeutig zu identifizieren. Die Namen der Häuser können zurückgehen auf die Nachnamen oder Vornamen ehemaliger Besitzer, auf deren Spitzname oder auf ihren Beruf, aber auch der Standort des Anwesens kann sich darin wiederspiegeln. In Kombination mit einem Attribut wie neu, alt, ober, hinter, unter wurde so jedes Haus eindeutig beschrieben. Diese Namen haften meist am Haus, auch wenn ein Besitzer verkauft oder stirbt und ein Nachfolger mit anderem Familiennamen es übernimmt - der Hausname ging meist auf die neuen Bewohner über. Es kam aber auch vor, dass eine Familie umzog und ihren angestammten Hausnamen auf ihr neues Anwesen übertrug.