Biodiversitätsprojekt "Juradistl"
Projektgebiet: Talraum und Talhänge der Schwarzen
Laber, der Lauterach, Vils und Naab
sowie die Kuppenalb in den vier
Landkreisen Neumarkt i.d.OPf.,
Amberg-Sulzbach, Regensburg und
Schwandorf sowie in den Städten
Amberg und Regensburg
Größe: ca. 200.000 ha
Projektgemeinden: die vier Landkreise mit den jeweiligen
Projektgemeinden
Projektlaufzeit: seit 2002
Homepage: www.juradistl.de
Die Erhaltung der wertvollen Magerrasen in einem landkreisübergreifenden Projektansatz ist ein wichtiges Projektziel. Foto: Hubert Schraml
Das Projekt nepo•muk (2002-2008) wird seit 2009 als Bayerisches Biodiversitätsprojekt „Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura“ mit erweitertem Projektgebiet und Erweiterung der Projektziele fortgesetzt. Juradistl ist ein Naturschutzgroßprojekt im Rahmen der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Wesentliche Bestandteile sind der Aufbau eines Biotopverbundes, ein starkes Engagement in der Umweltbildung und die Partnerschaft mit Landwirten, Metzgern, Gastronomen und vielen anderen Partnern in der Region. Sie sind es, die durch die Beweidung, Bewirtschaftung, ihre Produkte und ihre Arbeit den Lebensraum vieler Arten erhalten. Schützen durch Nützen – Juradistl steht für Naturschutz, den man schmecken und erleben kann.
Das Projektgebiet umfasst den gesamten Naturraum der Mittleren Frankenalb und beinhaltet im Landkreis Neumarkt im wesentlichen den Neumarkter Albtrauf, die Lauterhofener-Velburger-Hohenfelser-Kuppenalb und das Tal der Schwarzen Laber.
Die vier Landschaftspflegeverbände Amberg-Sulzbach, Regensburg, Schwandorf und Neumarkt i.d.OPf. haben sich im größten Oberpfälzer Naturschutzprojekt zusammengeschlossen, um gemeinsam „Brücken zu schlagen“ zur Förderung des Biotopverbunds, der Schäferei, der nachhaltigen Landnutzung, des sanften Tourismus, der Umweltbildung oder der Vermarktung landschaftsbezogener Produkte. Denn gemeinsam geht’s besser und Natur macht an den Landkreisgrenzen nicht Halt.
2017 wurde das Biodiversitätsprojekt "Juradistl- Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura" vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) mit dem 1. Preis in der Kategorie "Innovative Projekte" ausgezeichnet.
Darum kümmert sich der Landschaftspflegeverband:
- Entbuschung der überregional bedeutsamen Magerrasen und artenreichen Wacholderheiden an den Talhängen von Schwarzer Laber und Lauterach, sowie in der Kuppenalb
- Aufbau eines landkreisübergreifenden Beweidungsverbunds und Sicherung der Beweidung auf den Magerrasen der Talhänge durch Beratung der Schäfer, Neuordnung von Schäferrevieren, Verbesserung von Triebwegverbindungen
- Einbindung von kleineren isoliert liegenden Magerrasen in die Beweidung
Organisation des Ankaufs besonders wertvoller Flächen für den Artenschutz oder wichtiger Flächen für den Biotopverbund - Aufbau und Betreuung der Naturschutzmarke „Juradistl" mit den Produkten Lamm, Weiderind, Streuobst, Honig und Schafwoll-Pellets
- Aufbau und Einführung weiterer landschaftsbezogener Produkte als „Botschafter“ einer naturverträglichen Landnutzung
- Beratung von Landwirten hinsichtlich der Teilnahme an Agrar-Umwelt-Programmen
- Entwicklung und Realisierung der landkreisübergreifenden „Juradistl-Tour – Mit dem Rad durch den Oberpfälzer Jura“ mit Juradistl-Erlebnisstationen wie "Kletteruhu", "Felsen im Fokus" oder "Wasserschnecke"
- Umweltbildung mit ganz besonderen Juradistl-Angeboten wie Juradistl-Kochkursen, Juradistl- Radtouren oder Naturführungen
- Erforschung der Streuobstbestände mit Darlegung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Umsetzung (Streuobstpakt Bayern)
- Mitwirkung und Vorbereitung von Flächenankäufen für den Biotopverbund