Engagement für vielfältige Natur und Landschaft

Jetzt ist es ganz offiziell: Der landwirtschaftliche Betrieb von Matthias und Daniela Ochsenkühn in Tyrolsberg zählt zu den bayernweit ausgezeichneten Partnern im Naturschutz. Beim Wettbewerb „Naturschutzpartner Landwirt 2025“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz – in Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. in Bayern – erhielt der Betrieb einen ersten Preis.

Beim Festakt im Kaisersaal der Burg Nürnberg am 17. November 2025 überreichte Umweltminister Thorsten Glauber die Auszeichnung sowie einen Geldpreis an Daniela und Matthias Ochsenkühn. Minister Glauber würdigte den Betrieb mit folgenden Worten: „Der Betrieb ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können. Mit großem Engagement bewirtschaftet Familie Ochsenkühn artenreiche Nass- und Magerwiesen. Durch schonende Mahd und extensive Bewirtschaftung trägt sie wesentlich zum Erhalt wertvoller Grünlandflächen bei. Viele zuvor intensiv genutzte Flächen haben sich unter ihrer Pflege zu artenreichen Lebensräumen entwickelt, in denen inzwischen rund 20 verschiedene Kräuter nachgewiesen werden können. Besonders beeindruckend ist auch ihr Wirken über den eigenen Hof hinaus: mit Heckenpflanzungen, Streuobst, Umweltbildung sowie als „Juradistl-Hof der Biologischen Vielfalt“ stärkt Familie Ochsenkühn nachhaltig die biologische Vielfalt in der Region.“
Groß ist die Freude über diese Auszeichnung auch beim Landschaftspflegeverband Neu-markt, der als Projektträger von „Juradistl“ seit über zehn Jahren eng mit dem Betrieb zusammenarbeitet. „Juradistl“ ist ein landkreisübergreifendes Naturschutzprojekt der vier Landschaftspflegeverbände Amberg-Sulzbach, Neumarkt i.d.OPf., Regensburg und Schwandorf und wird fachlich durch die Höhere Naturschutzbehörde an der Regierung der Oberpfalz begleitet.

Eine Besonderheit ist im Juradistl-Projekt die umfängliche Beratung von Betrieben mit Betrachtung der gesamten landwirtschaftlichen Flächen und der Hofstelle. Dafür wurde eigens das Konzept der „Höfe der Biologischen Vielfalt“ entwickelt. Der Betrieb Ochsenkühn ist hier langjähriger Partner, und so wurde der Hof Schritt für Schritt zu einem Juradistl-Hof der Biologischen Vielfalt mit vielen Bausteinen für mehr Biodiversität.

Mittlerweile werden fast alle (80 %) der Grünlandflächen in extensiver Form im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms bewirtschaftet. Es wurde die Umstellung von Gülle auf Festmist vorgenommen. Auf die Wiesen kommt keinerlei mineralischer Dünger und keinerlei Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Der vereinbarte spätere erste Schnittzeitpunkt der Wiesen fördert den Artenreichtum, insbesondere bei den Pflanzen. Eine Besonderheit am Betrieb Ochsenkühn ist, dass alle Wiesen mit einem Doppelmesser-mähwerk gemäht werden, eine im Naturschutz sehr geschätzte insektenschonende Mäh-technik, auf die der Betrieb seit dem Jahr 2019 setzt.

Die positiven Effekte für die Artenvielfalt sind bereits jetzt draußen sichtbar und erlebbar. Bei Vegetationsaufnahmen im Sommer dieses Jahres wurden auf einzelnen Wiesen bis zu 20 verschiedene wiesentypische Pflanzenarten wie Schafgarbe, Echtes Labkraut, Wiesen-Flockenblume, Kuckucks-Lichtnelke, Knöllchen-Steinbrech, Gamander-Ehrenpreis oder der Echte Kümmel vorgefunden. Dabei handelt es sich um Pflanzenarten, die auf den meisten Wiesen kaum noch zu finden sind. Vom kräuterreichen Heu profitieren auch Gesundheit und Wohlbefinden der am Betrieb gehaltenen Rinder und Pferde.

Die Rinderbeweidung am Hof Ochsenkühn erfolgt in extensiver Form auf den Vertragsnatur-schutzflächen, in tiergerechter Form auch für die Stallzeiten sowie mit Winterfutter aus dem eigenen Betrieb. Dies sind alles Voraussetzungen für die Teilnahme am Naturschutzmarken-programm „Juradistl-Weiderind“, bei dem der Betrieb Ochsenkühn wichtiger Partner ist. Tierwohl liegt den Direktvermarktern besonders am Herzen – eine Botschaft, die auch bei den Kundinnen und Kunden ankommt.

Das Projekt „Juradistl“ wird eng begleitet und gefördert von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Neumarkt sowie der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung der Oberpfalz. Das Beispiel des Betriebs Ochsenkühn zeigt eindrucksvoll, wie durch partnerschaftliche Zusammenarbeit, fachliche Begleitung und langfristiges Engagement zukunftsfähige, naturschutzorientierte Landwirtschaftsbetriebe entstehen können, die einen echten Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten.

 

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